Presse


Badische Neueste Nachrichten | Karlsruhe | DIE MEINUNG DER LESER | 05.03.2016 

Verschüchtertes Land
BNN-Artikel „HfG-Rektor auf Distanz“ vom 27. Februar:
Der HfG-Rektor Zielinski möchte sich offenbar publikumswirksam von seinem Mitarbeiter absetzen und wird dabei sicherlich nicht vergessen, welchen Eindruck er bei den derzeit in unseren Parlamenten vertretenen Establishment-Parteien macht, die über das finanzielle Wohl und Wehe auch der Hochschulen in der Residenzstadt entscheiden.„Die Debatte“, so Rektor Zielinski, um Marc Jongens AfD-Mitgliedschaft schade der HfG „als einer Einrichtung, die von kritischem Engagement, Gastfreundschaft und Toleranz getragen ist.“
Ferner: Zu den bereits durchgeführten Veränderungen gehöre, dass „Jongen in allen leistungsrelevanten Tätigkeiten“ durch einen „jungen Kollegen ersetzt wurde, der das uneingeschränkte Vertrauen des neuen Rektors genießt.“ Dem ist wenig hinzuzufügen.
Wer in der DDR sozialisiert wurde oder sich mit der Geschichte der DDR befasst hat, der wird sich in diesem Duktus sofort zuhause fühlen: Er braucht nur die Neusprech-Worthülsen Engagement, Gastfreundschaft und Toleranz durch dialektisch-materialistische Wissenschaft, proletarisches Gewissen, sozialistischer Internationalismus zu ersetzen.
Die berufliche und soziale Existenz eines prominenten Andersdenkenden soll hier offenbar planmäßig zerlegt werden, auf dass jeder Andersdenkende in diesem Land Angst haben und schweigen soll. Wer die „progressiven Kräfte“ sind, die stets dafür Sorge tragen, dass AfD-Personal anfänglich „umstritten“ und nach kürzester Zeit Persona non grata wird, vor welcher der Ruf der jeweiligen Einrichtung vor Schaden beschützt werden müsse etc. – das kann sich jeder intelligente Leser denken. Zehn Jahre Bundeskanzlerin Angela Merkel haben genügt, eine freie Republik in ein verschüchtertes, verklemmtes, unfrohes Land zu verwandeln.
Ich danke Gott, dass ich die geistige Freiheit der Bildungseinrichtungen des Baden-Württemberg der 1980er und 1990er Jahre noch erleben durfte, um davon zu erzählen. Männer und Frauen ohne Rückgrat haben uns hierher gebracht, während die Einschüchterer sich Demokraten nennen.
Klaus Fuchs
Remchingen

Badische Neueste Nachrichten | Karlsruhe | 03.03.2016

AfD: Viele Plakate zerstört

BNN – Die AfD beklagt massive Wahlplakat-Zerstörung und -Entwendung. Seit dem Beginn der Plakatierung am 20. Januar seien dem Kreisverband in Karlsruhe mindestens 2 000 Plakate ruiniert oder gestohlen worden.

In Nacht-und-Nebel-Aktionen sei die Werbung in ganzen Stadtteilen oder Durchgangsstraßen abgeräumt worden. Bei mehreren Gelegenheiten seien so jeweils bis zu hundert Plakate auf einmal abhandengekommen. Die AfD spricht von organisierten Aktionen und zeigte bei der Polizei bereits 30 solcher Vorfälle an. Der Kreisverband lobt für jeden sachdienlichen Hinweis, der zur Ergreifung eines Beschädigers oder Diebes von AfD-Plakaten führt, eine Belohnung von 200 Euro aus. Pro Straftat werde diese Belohnung an die beiden ersten Hinweisgeber ausgezahlt, heißt es in einer Erklärung.


Pressemiteilung des AfD-Kreisverbands Karlsruhe-Stadt 02.03.2016

AfD Karlsruhe mit illegalen Methoden in Wahlwerbung behindert – 200 Euro Belohnung

Der AfD-Kreisverband Karlsruhe-Stadt stellt eine massive Kampagne der Wahlplakatzerstörung und -entwendung fest. Seit dem Beginn der Plakatierung am 20. Januar wurden dem AfD Kreisverband in Karlsruhe mindestens 2000 Plakate zerstört oder gestohlen. Die Plakate wurden nicht nur von einzelnen Individuen an bestimmten Stellen heruntergerissen, es wurden sogar in Nacht-und-Nebel-Aktionen ganze Stadtteile oder Durchgangsstraßen von den AfD-Wahlplakaten „gesäubert“; bei mehreren Gelegenheiten wurden so jeweils bis zu hundert Plakate auf einmal gestohlen. Um das zu schaffen, muss man schon zu mehreren sein und ein Fahrzeug dabei haben; es handelt sich also um organisierte Aktionen. Oft genug hängen an Stellen, an denen tags zuvor noch AfD-Plakate hingen, am nächsten Tag Plakate anderer Parteien. Eine der schlimmsten Aktionen fand am Sonntag-Nachmittag, dem 21.02. statt, als drei Männer dabei beobachtet wurden, wie sie in ganz Rüppurr alle AfD-Wahlplakate herunterrissen und die meisten zerstörten. Ähnliches war am selben Wochenende an der Pulverhausstraße, am Adenauerring, in der Moltkestraße, in Durlach und den sog. Bergdörfern zu beobachten. Einige Tage später war dann die Neureuter Straße dran. Aufgrund dieser massiven Benachteiligung sieht sich der AfD-Kreisverband Karlsruhe-Stadt nach der polizeilichen Anzeige von mehr als dreißig dieser Vorfälle nun gezwungen, für jeden sachdienlichen Hinweis, der zur Ergreifung eines Beschädigers oder Diebes von AfD-Plakaten führt, eine Belohnung von 200 Euro auszuloben. Pro Straftat wird diese Belohnung an die beiden ersten Hinweisgeber ausgezahlt.



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Badische Neueste Nachrichten | Karlsruhe | KARLSRUHE | 23.02.2016


Ein Physiker durch und durch
Paul Schmidt will für die AfD in den Landtag

MIT DEM RHEINHAFEN verbindet Paul Schmidt zahlreiche Stunden auf dem Wasser als einstiger Ruder-Leistungssportler. Foto: jodo
Der Bürger hat wieder das Wort: Am 13. März ist Landtagswahl in Baden-Württemberg. In einer Portrait-Reihe stellen die Badischen Neuesten Nachrichten Landtagskandidaten der beiden Karlsruher Wahlkreise vor.

Paul Schmidt ist Naturwissenschaftler durch und durch. Wer den AfD-Landtagskandidaten im Wahlkreis Karlsruhe-Ost beispielsweise in seiner Funktion als Stadtrat im Plenum des Gemeinderates reden hört, der muss nicht unbedingt wissen, dass Schmidt promovierter Physiker ist – das spürt man einfach. Vor allem gilt dies bei dem Thema Energiewende, beispielsweise wenn es um die von ihm heftig bekämpfte Förderung der Windkraft geht, hier steckt bei Schmidt Herzblut drin. Der 2011 nach Fukushima verkündete radikale Ausstieg aus der Kernenergie und der von ihm so empfundene „klare Rechtsbruch“ der Bundeskanzlerin – nachdem zuvor noch die Laufzeiten der Atomkraftwerke verlängert wurden – haben ihn erst zur damals neugegründeten „Alternative für Deutschland“ gebracht. „Viele sind damals zur AfD gekommen wegen der rechtswidrigen Beschlüsse zur Euro-Rettung, ich kam wegen der rechtswidrigen Beschlüsse zum Atomausstieg.“ Die AfD positioniert sich gegen die Energiewende, hat dort vor allem die Windkraft als „Fehlinvestition“ im Visier.

Schmidts Berufsleben hat viel mit Atomenergie zu tun. Er wuchs in Leopoldshafen und Maximiliansau auf und machte am Bismarck-Gymnasium Abitur. Danach studierte er in den USA an der Universität Syracuse im Bundesstaat New York Physik, belegte zusätzlich noch Biochemiekurse. Nach dem Master-Abschluss kehrte er nach Deutschland zurück und promovierte an der Justus-Liebig-Universität in Gießen im Bereich Strahlenbiophysik. Danach folgte nicht die wissenschaftliche Laufbahn, die ursprünglich geplant war, sondern eine erste Anstellung am Forschungszentrum, wo er an der Thermohydraulik von Motoren arbeitete. Es folgte ein Engagement in der Industrie, nämlich bei der Gesellschaft für Nuklearservice in Essen, wo Schmidt Castoren mitentwickelte. „Da konnte ich alles gebrauchen, was ich bisher gemacht hatte.“ Danach ging es wieder zurück nach Karlsruhe, wo er bei der EnBW heute im Teilbereich Nukleare Überwachung am Kernkraftwerk Philippsburg arbeitet. Mit Karlsruhe verbindet ihn zusätzlich noch seine Leidenschaft fürs Rudern, als junger Mann konnte er zahlreiche Erfolge erringen und war als Rudertrainer aktiv.
Früher sympathisierte Schmidt, der sich als politischer Mensch begreift, mit der Sozialdemokratie. Doch bevor es zu einem Parteieintritt kam, so Schmidt, „hatte sich die Politik der SPD verändert.“ Speziell natürlich bei der Kernenergie. Als dann AfD-Gründer Bernd Lucke im Bundestagswahlkampf 2013 in Karlsruhe sprach, „bin ich noch am selben Abend in die AfD eingetreten.“
Dann ging es für den Familienvater – seine Frau und er haben zwei kleine Töchter – Schlag auf Schlag. Es folgte die Kandidatur und die Wahl in den Gemeinderat, nun die Landtagskandidatur. Die Auseinandersetzungen in der AfD haben Schmidt allerdings durchaus zugesetzt. „Diese Querelen waren nur schwer zu ertragen.“ Er führt sie aber wesentlich auf das Verhalten des AfD-Gründers Lucke zurück und sieht trotz dessen Ausstiegs und den seiner Anhänger den liberal-konservativen Kern der AfD erhalten. Dafür steht für Schmidt in erster Linie der aus Karlsruhe stammende Spitzenkandidat der AfD, Jörg Meuthen. Seine Partei als rechtspopulistisch oder gar rechtsradikal zu bezeichnen, kann er nicht nachvollziehen. „Bei manchen gehört es offenbar zu ihrem Weltbild, uns abzulehnen.“ Er verweist auf viele einstige Christdemokraten im hiesigen AfD-Vorstand, auf einstige FDP-Wähler. Er sieht hasserfüllte Attacken auf die Partei, auch handfeste Übergriffe wie etwa die Zerstörung zahlreicher Wahlplakate oder die Bedrohung von Wirten, die der AfD einen Saal vermieten. „Als wir forderten, kriminelle Asylbewerber abzuschieben, wurden wir als rechtspopulistisch beschimpft. Nach den Vorfällen von Köln fordert dies sogar Ministerpräsident Kretschmann.“
Angesichts des Aufstiegs der AfD in den Umfragen macht sich Schmidt ganz langsam mit dem Umstand vertraut, dass auf seine Kandidatur auch wirklich ein Landtagsmandat folgen könnte. Nüchtern wie ein Physiker analysiert er, dass dies dann zu meistern wäre – wenn es denn eintritt. Theo Westermann